Auch der Hunger lässt sich in Zahlen ausdrücken: die tägliche Kalorienzahl der zugeteilten Lebensmittel sinkt bis Ende Mai auf 857. Den notwendigen Verbrauch eines normal körperlich arbeitenden Menschen berechnet man mit 3400 Kalorien. Sammeln, Essen bringen, Kleidung verteilen, Kinderelend lindern, Menschen in Not beraten - die Arbeiterwohlfahrt entsteht wieder, wie die Zufälle es fügen und die Verhältnisse gestatten. In der zerstörten Stadt helfen einzelne Gruppen örtlich begrenzt in unmittelbarer Nachbarschaftshilfe. Das "Kapital" der Arbeiterwohlfahrt sind die Menschen, die inmitten all der Not noch immer und jetzt erst recht Freiheit, Gerechtigkeit und Solidarität, eben den demokratischen Sozialismus verwirklichen wollen.
1947 eröffnet die Arbeiterwohlfahrt die "Kindertageserholungsstätte" im Sommerhoffpark. Freiwillige HelferInnen betreuen die blassen und unterernährten Stadtkinder, sorgen für ausreichend Nahrung und Spiel und Spaß an der frischen Luft.
Den ersten Kindergarten eröffnet die Arbeiterwohlfahrt in der Humboldtstraße im Nordend. Im Riederwald entsteht in Selbsthilfe ein Haus der Arbeiterwohlfahrt mit einem Kindergarten, einer Nähstube, einer Beratungsstelle, einer Ausgabestelle für Kleidungs-, Brennstoff- und Nahrungsmittel in der Max-Hirsch-Straße.
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