Informationen rund um Corona für Mitarbeiter*innen

Liebe Kolleg*innen,

mit diesem Rundschreiben möchten wir Sie zum Thema Coronavirus informieren.

 

1. Wie wird das neuartige Coronavirus übertragen?

Diese Übertragung kann direkt von Mensch zu Mensch erfolgen, wenn virushaltige Tröpfchen an die Schleimhäute gelangen. Auch eine indirekte Übertragung über die Hände, die mit der Mund- oder Nasenschleimhaut sowie der Augenbindehaut in Kontakt gebracht werden, ist möglich. Es wurden auch Fälle bekannt, in denen sich Personen bei Betroffenen angesteckt haben, die keine oder nur leichte Krankheitszeichen gezeigt hatten.

2. Welche Krankheitszeichen werden durch SARS-CoV-2 ausgelöst?

Eine Infektion mit dem Coronavirus kann zu Symptomen, wie trockener Husten, Halsschmerzen, Atembeschwerden/Kurzatmigkeit, Atemnot, Kopf- und Gliederschmerzen, Appetitlosigkeit, Beeinträchtigung des Geruchs-/Geschmackssinns, Übelkeit, Bauchschmerzen, Erbrechen und Durchfall führen.

3. Wie verhalte ich mich, wenn ich entsprechende Symptome habe und wie läuft das mit der Krankschreibung?

Bleiben Sie zuhause oder verlassen Sie Ihren Arbeitsplatz und nehmen Sie Kontakt zu Ihrem*Ihrer Hausärzt*in auf, um das weitere Vorgehen abzuklären. Die vorgesetzte Führungskraft ist umgehend in Kenntnis zu setzen.

Bei Erkrankungen mit leichter Symptomatik, kann eine Arbeitsunfähigkeits-Bescheinigung (AU) nach telefonischer ärztlicher Anamnese für bis zu sieben Tage ausgestellt und per Post zugesandt werden. Bei Bedarf erfolgt eine Verlängerung per Telefon einmalig um weitere sieben Tage. Die Möglichkeit der Telefon-Anamnese besteht bis Ende Juni. Die AU-Bescheinigung muss spätestens am vierten Tag dem Arbeitgeber vorliegen, sofern keine andere Regelung vereinbart ist.

Liegt ein begründetet Verdacht auf eine Infektion mit dem Virus vor, informiert Sie der*die Hausärzt*in darüber, wo Sie sich testen lassen können. In der Regel benötigen Sie für die Untersuchung eine Überweisung. In diesen Fällen schickt der*die Ärzt*in Ihnen eine Überweisung zusammen mit der AU-Bescheinigung. Bei begründetem Verdacht, meldet die Arztpraxis den Fall dem Gesundheitsamt.

4. Ich hatte mit einer Person Kontakt, die positiv auf das Coronavirus getestet wurde – wie verhalte ich mich richtig?

Wenn Sie mit einer infizierten Person engeren Kontakt oder eine Kontaktdauer von über 15 Minuten hatten, kommen Sie nicht zur Arbeit und informieren Sie Ihre*n Vorgesetzte*n. In diesem Fall kann es sein, dass von einem Besuch des Arbeitsplatzes für 14 Tage abgesehen werden muss. Es ist auch möglich, dass das Gesundheitsamt Sie kontaktiert und eine 14-tägige Quarantäne für Sie anordnet. Die schriftliche Anordnung ist dem Arbeitgeber vorzulegen. Kontaktieren Sie Ihre*n Hausärzt*in und sprechen Sie das weitere Vorgehen ab.

5. Dürfen Beschäftigte sich weigern, angeordnete Schutzmaßnahmen zu befolgen?

Nein, der Arbeitgeber hat ein Direktionsrecht, auch als Weisungsrecht bekannt, das eine Anordnung von Schutzmaßnahmen gegen eine Ausbreitung des Coronavirus abdeckt.

6. Darf ich noch ins Ausland reisen?

Wegen der Corona-Pandemie hat die Bundesregierung eine weltweite Reisewarnung für touristische Reisen ausgesprochen, die vorläufig bis 14. Juni gilt. Sollte im Anschluss an einer trotzdem unternommenen Auslandsreisen eine Rückkehr an den Arbeitsplatz, z.B. aufgrund von Problemen bei der Einreise oder angeordneter Quarantäne, nicht möglich sein, kann der*die Arbeitnehmer*in unbezahlt von der Arbeit freigestellt werden oder weiteren Urlaub einreichen, falls noch ein Urlaubsanspruch besteht. In jedem Fall ist der Arbeitgeber unverzüglich zu informieren.

7. Welche datenschutzrechtlichen Probleme sind denkbar?

Wenn der Verdacht einer Ansteckung besteht oder ein*e Mitarbeiter*in an dem Virus erkrankt ist, muss der Arbeitgeber seiner Fürsorgepflicht gegenüber den übrigen Mitarbeiter*innen nachkommen. In diesem Zusammenhang können die übrigen Arbeitnehmer*innen Kenntnis z.B. von der Viruserkrankung eines*einer Kolleg*in erlangen.

Im Rahmen eines Arbeitsverhältnisses kann die Verarbeitung von Gesundheitsdaten rechtmäßig sein, falls sie erforderlich ist und eine Abwägung der sich gegenüberstehenden Interessen zu Gunsten des Arbeitgebers ausfällt. Zur Erfüllung der arbeitsvertraglichen Fürsorgepflicht des Arbeitgebers sowie zum Schutz von Gesundheit und Leben der übrigen Mitarbeiter*innen, kann eine Datenverarbeitung insbesondere im Falle eines begründeten Verdachts oder einer bereits bestätigten Infizierung von Mitarbeiter*innen mit dem Corona-Virus erforderlich sein.

8. Home-Office

Der Arbeitgeber kann nicht einseitig ein Home-Office anordnen. Es bedarf der Zustimmung des*der Mitarbeiter*in bzw. des Betriebsrates. Laptops und andere Geräte für das Home-Office müssen vom Arbeitgeber gestellt werden. Home-Office kann nicht eigenmächtig erfolgen. Es bedarf ebenso der Zustimmung des Arbeitgebers.

9. Wo finde ich ausführliche Informationen dazu?

Weiterführende Hinweise und allgemeine Informationen zum Coronavirus finden Sie auch unter folgenden Links:

•             Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung www.bzga.de/

•             Bundesgesundheitsministerium www.bundesgesundheitsministerium.de/

•             Robert Koch Institut www.rki.de/DE/Home/homepage_node.html