Am Samstag, den 20.06.2026 feiert die Hausener Jugendarbeit der AWO Frankfurt Jubiläum: Drei Jahrzehnte von der „Bretterbude“ bis zur festen Einrichtung, die nicht mehr wegzudenken ist. Doch die offene Jugendarbeit in Frankfurt ist ernsthaft bedroht. Ehemalige, Interessierte und spontane Besucher sind herzlich eingeladen:
30 Jahre JUZ Hausen
Samstag, 20.06.2026
14.00 Uhr Beginn
15.00 Uhr Begrüßung
Ludwig-Landmann-Straße 338 60487 Frankfurt am Main
Die offene Jugendarbeit in Frankfurt befindet sich im Notstand: Es fehlt an Fachkräften sowie einer ausreichenden Förderung. Kleine Träger müssen Einrichtungen schließen, große Träger haben massive Finanzierungsprobleme.
„Die Stadt Frankfurt kennt die Notlage der Jugendarbeit und bemüht sich um Abhilfe.“, stellt Axel Dornis, Vorstandsvorsitzender der AWO Frankfurt fest und mahnt auch: „Die Dynamisierung der Finanzierung der Jugendarbeit ist ein richtiger Ansatz, reicht jedoch bei Weitem nicht. Die drei Prozent decken nicht die Tariferhöhungen und die Inflationsrate. Insbesondere kleinere Träger haben es weiterhin schwer, sich zu finanzieren. Zwar wird die Last für die Träger etwas leichter und planbarer, aber um langfristig sinnvolle pädagogische Arbeit aufrecht zu erhalten, bedarf es noch mehr.“
Auch auf der anderen Seite der Lebenswelt der Jugendlichen herrscht immenser Druck: Die hessische Landesregierung plant den Wegfall von 10.000 Lehrerstunden, gleichzeitig sollen Ganztagsbetreuung und die Integration von Jugendangeboten in die Schule realisiert werden. „Die jungen Menschen werden damit in Einrichtungen belassen, die für viele mit Erfahrungen wie z.B. überfordernder Leistungsdruck oder Mobbing verbunden sind. Inwieweit die offene Jugendarbeit Teil dieser Konzepte werden kann, ohne ihre Standards und Grundprinzipien aufgeben zu müssen, wird sich zeigen müssen.“, ergänzt Bernhard Frenzel, Leiter der Abteilung Jugend der AWO Frankfurt.
Das „JUZ“, wie der Jugendtreff seit Generationen von Jugendlichen genannt wird, bietet Jugendlichen aus Frankfurt-Hausen und Umgebung seit nunmehr drei Jahrzehnten einen verlässlichen Anlaufpunkt im Stadtteil. Auch wenn sich seit 1996 vieles verändert hat, ist der Jugendtreff bis heute ein Ort geblieben, an dem junge Menschen Gemeinschaft erleben, Sport treiben, sich auf ihren weiteren Lebensweg vorbereiten und bei Problemen frühzeitig und niedrigschwellig Unterstützung erhalten.
Die Veranstaltung bietet Interessierten die Möglichkeit, die Jugendarbeit vor Ort kennenzulernen. Aktuelle wie ehemalige Besucher und Besucherinnen können alte Geschichten aufleben lassen und gemeinsam einen Blick in die Zukunft zu werfen. Ein vielseitiges Spiel- und Sportangebot sowie Essen und Getränke runden das Programm ab.
