Auf Initiative der Bewohnenden des Gutleutviertels wird dort ein Treffpunkt für die Nachbarschaft im Quartier entstehen. Die AWO betreibt bereits zwei weitere Quartiersmanagement-Büros und hat den Wunsch aufgegriffen. Gemeinsam mit dem Stadtplanungsamt, der KEG und dem Kiosk "Orange" ist hier nun dringend gewünschter Ort der Begegnung entstanden.
Im Folgenden die gemeinsame Pressemitteilung:
Bei einem Presserundgang am 23.06.2026 durch den Adolf-Meyer-Pavillon im Sommerhoffpark haben Planungsdezernent Marcus Gwechenberger, Axel Dornis, Vorstandsvorsitzender der Arbeiterwohlfahrt Frankfurt am Main (AWO), sowie Vertreter:innen des Stadtplanungsamts, des Quartiersmanagement Gutleut, der KEG, des Orange Beach und der lokalen Nachbarschaftsinitiative die zukünftige Zwischennutzung des denkmalgeschützten Gebäudes vorgestellt.
Der ehemalige Kinderhort aus der Zeit des Neuen Frankfurt soll in den kommenden fünf Jahren als gemeinnütziger Quartiersraum für Vereine, Initiativen und die Menschen aus dem Gutleutviertel genutzt werden. Ergänzt wird das Angebot durch den „Orange Beach“-Kiosk, der im Pavillon einen neuen Standort gefunden hat.
Das Stadtplanungsamt hat das Gebäude gemeinsam mit der KEG und mit Unterstützung des Amts für Bau und Immobilien für eine zunächst fünfjährige Zwischennutzung vorbereitet. Zusammen mit und getragen von der Arbeiterwohlfahrt Frankfurt am Main (AWO) entsteht hier ein Quartiersraum mit fast 120 Quadratmetern Fläche, der Vereinen, Initiativen und Menschen aus dem Stadtteil offensteht. Die Verwaltung und Koordination der Nutzungen übernimmt das AWO-Quartiersmanagement Gutleutviertel, das zukünftige Nutzungen partizipativ mit dem Stadtteil entwickeln wird.
Planungsdezernent Marcus Gwechenberger sagt: „Mit dem Adolf-Meyer-Pavillon schaffen wir einen neuen Ort für Begegnung, Austausch und Engagement im Gutleutviertel. Die Zwischennutzung zeigt, wie historische Gebäude mit überschaubarem Aufwand wieder für die Menschen im Quartier geöffnet werden können. Gleichzeitig gewinnen wir wichtige Erkenntnisse für die spätere denkmalgerechte Sanierung und die langfristige Nutzung des Pavillons. So verbinden wir den Erhalt eines bedeutenden Zeugnisses des Neuen Frankfurt mit den Anforderungen einer lebendigen und zukunftsorientierten Quartiersentwicklung.“
Der ehemalige Kinderhort wurde 1928/29 nach Plänen des Architekten Adolf Meyer im Sommerhoffpark errichtet. Ursprünglich diente das Gebäude als offene Unterstandshalle für Licht- und Luftkuren von Kindern aus der Frankfurter Innenstadt. Adolf Meyer war ein bedeutender Vertreter der klassischen Moderne, enger Mitarbeiter von Walter Gropius und als Meister für Architektur am Bauhaus an prägenden Bauten seiner Zeit beteiligt.
Im Juli 2025 wurde der Pavillon aufgrund seiner besonderen architekturhistorischen Bedeutung als Zeugnis des Neuen Frankfurt in das Denkmalverzeichnis des Landes Hessen aufgenommen.
„Wir sehen es überall, in jeder Lebenslage und sozialen Konstellation: die zunehmende Vereinsamung der Menschen. Das schwächt die Gesellschaft und treibt uns auseinander“, mahnt Axel Dornis, Vorstandsvorsitzender der Arbeiterwohlfahrt Frankfurt. Er ist daher dankbar für die Chance, im Gutleutviertel etwas dagegen tun zu können: „Die Menschen hier haben das initiiert, sie wollen etwas bewegen – wir auch – und darum unterstützen wir sie dabei, wo wir können.“
Das Quartiersmanagement der Arbeiterwohlfahrt Frankfurt wird den Pavillon während der Zwischennutzung betreiben und gemeinsam mit Partner:innen aus dem Stadtteil zu einem Ort des sozialen Miteinanders entwickeln. Ziel ist es, einen niedrigschwelligen, gemeinwohlorientierten Begegnungsraum zu schaffen, der Menschen unterschiedlicher Generationen und Lebenslagen zusammenbringt.
Der neue Quartiersraum soll künftig Raum für vielfältige Angebote bieten. Diese sollen nicht nur für, sondern gemeinsam mit der Nachbarschaft entwickelt werden.„Wir sind offen für gute Ideen und ehrenamtliches Engagement, um hier Leben einziehen zu lassen!“ bekräftigen Friedel Weyh und Amanda Bruchmann vom Quartiersmanagement. Denkbar sind unter anderem offene Nachbarschaftstreffen, Beratungsangebote, Kreativ- und Werkangebote, Lesungen, Vorträge, kleinere Kulturveranstaltungen sowie Familien- und Kinderangebote. Auch generationenübergreifende Begegnungen und Aktivitäten gemeinsam mit Einrichtungen aus dem Stadtteil sind vorgesehen. Die angrenzenden Gartenflächen könnten unter anderem für Urban-Gardening-Projekte genutzt werden.
Ergänzt wird das Angebot durch den „Orange Beach“-Kiosk. Mit Getränken und einfachen Speisen entsteht ein zusätzlicher Treffpunkt im Sommerhoffpark, der die Aufenthaltsqualität des Parks stärkt und die Nutzung des Pavillons sinnvoll ergänzt.
Die auf fünf Jahre angelegte Zwischennutzung versteht sich bewusst als Erprobungsphase. Der Pavillon und die angrenzenden Freiflächen stehen in dieser Zeit den Menschen aus dem Quartier zur Verfügung. Die dabei gewonnenen Erfahrungen sollen anschließend in die denkmalgerechte Sanierung und die Entwicklung eines langfristigen Nutzungskonzepts einfließen. Die Zwischennutzung wird damit zu einem praktischen „Probelauf“ für die spätere dauerhafte Nutzung des Gebäudes.
Zugleich ist der Adolf-Meyer-Pavillon ein wichtiger Baustein des Projekts „Produktives Quartier Gutleut-West“. Ziel ist es, das westliche Gutleutviertel schrittweise zu einem nutzungsgemischten, klimaangepassten und gemeinwohlorientierten Stadtquartier weiterzuentwickeln. Der Quartierspavillon macht diesen Transformationsprozess bereits heute sichtbar und greifbar. Als Ort der Begegnung, des Austauschs und der Beteiligung soll er gemeinsam mit den Menschen vor Ort weiterentwickelt werden. Die Bewohner:innen bringen ihre Erfahrungen, Bedarfe und Ideen in den Entwicklungsprozess ein und tragen so dazu bei, die zukünftige Nutzung des Pavillons und die Entwicklung des Quartiers mitzugestalten.
Veranstaltungshinweis
Am Samstag, 27. Juni 2026, findet von 11 bis 15 Uhr im Sommerhoffpark die Gemeinwohlwerkstatt „Offener Pavillon“ statt. Interessierte Bürgerinnen und Bürger sind eingeladen, ihre Ideen für die zukünftige Nutzung des Quartierspavillons einzubringen und gemeinsam über die weitere Entwicklung zu diskutieren.
Bilder: Stadtplanungsamt Frankfurt


