Für fast 7.000 Kinder beginnt in dieser Woche in Frankfurt die Schulzeit. Rund 800 von ihnen starten dank der AWO-Aktion „Mein erster Schulranzen“ mit einem neuen Schulranzen – obwohl ihre Familien sich die Anschaffung nicht leisten könnten.
Ein neuer wertiger Schulranzen kostet heute zwischen 250 und 350 Euro. Für viele Familien ist das eine zu hohe finanzielle Hürde. Sie sind auf Unterstützung angewiesen, wenn sie ihren Kindern den Wunsch nach einem Ranzen erfüllen möchten.
„Ein Schulranzen ist für Erstklässler weit mehr als ‚nur ein Transportmittel für Schulutensilien‘“, gibt Axel Dornis, Vorstand der AWO Frankfurt zu bedenken. „Er ist ein Symbol für den Start in einen neuen Lebensabschnitt: Die ABC-Schützen gehören nun zu ‚den Großen‘. Wer diesen Schritt mit einem Stoffbeutel oder einer Tasche gehen muss, wird schnell zum Außenseiter – auf dem Schulhof und womöglich im eigenen Kopf.“
Um dies nicht zuzulassen, macht sich die Arbeiterwohlfahrt Frankfurt jedes Jahr aufs Neue dafür stark, Gelder zu sammeln, um davon Schulranzen für finanziell benachteiligte Familien zu kaufen.
Dank der Unterstützung zahlreicher privater Spender und Stiftungen konnten in diesem Jahr mehr als 70.000 Euro eingesammelt und damit die Wünsche aller Familien erfüllt werden, die sich für die Aktion beworben haben. Dies ist erneut ein enormer Erfolg.
Ganz genau 791 Schulranzen sind in diesem Jahr abgeholt oder von den Ortsvereinen der AWO ehrenamtlich ausgeliefert worden. Damit bleibt die Nachfrage im Vergleich zum Vorjahr ähnlich hoch. Dirk Barth, Projektleiter von „Mein erster Schulranzen“, zum unveränderten Bedarf: „Zwar gibt es Eltern, die sich womöglich schämen und sich nicht trauen, Hilfe anzunehmen. Jedoch ist die Akzeptanz der Aktion in den letzten Jahren gestiegen; das zeigt auch unser zentraler Ausgabetag in der Henschelstraße zu dem an einem einzigen Tag über 200 Personen kamen, um sich einen Ranzen für ihr Kind oder die Kinder ihrer Kita abzuholen – mehr als im Vorjahr.
„Armutsgefährdung wird immer häufiger sichtbar. Mittlerweile kennt fast jeder irgendjemanden, der es im Alltag schwerer hat, Geld für Extras aufzubringen. Die Schulranzen der Erstklässler dürfen keine Extras sein, darum sollte man hinschauen und von der AWO-Aktion erzählen. Hilfe anbieten. Das Leben ein bisschen besser machen“, stellt Barth fest und appelliert damit auch an die Medien und Öffentlichkeit, die gemeinnützige Aktion noch bekannter zu machen und vor allem in den Kitas und unter den Eltern die Aktion weiterzusagen.
Die AWO bietet beispielsweise Aktions-Plakate zum Aufhängen in Kitas oder lokalen Geschäften an, über die mittels QR-Code ein Schulranzenwunsch geäußert oder direkt Geld für Schulranzen gespendet werden kann. Zudem werden die Frankfurter Kitas von den ehrenamtlichen Mitgliedern der AWO besucht, zur Aktion informiert und deren Wünsche eingesammelt, damit diese an die Eltern ihrer Einrichtung herantreten können. Auch unter schulranzen.awo-frankfurt.de stehen alle notwendigen Informationen bereit, damit etwa Flüchtlingsunterkünfte oder Privatpersonen unabhängig von einer Kindertagesstätte Zugang zur Spendenaktion haben.
Die Planungen für die Aktion im nächsten Jahr haben bereits begonnen. Wer unterstützen oder betroffene Familien darauf aufmerksam machen möchte, kann sich schon jetzt bei der AWO Frankfurt melden oder direkt spenden.


